Ornamentik
im Toggenburg
Im Toggenburg war es Tradition, alltägliche und festliche Gegenstände mit Ornamenten zu schmücken. Die Toggenburger Ornamentik zeichnet sich durch eine leise, heitere Ausdrucksform aus, die Wünsche nach Wachstum, Gedeihen und Erblühen symbolisiert. Typische Motive sind das Rind, stilisierte Blüten und rankenartige Verzierungen. Diese finden sich als silberne Knöpfe auf Brusttüchern, als Messingdrucke auf Hosenträgern oder Tabakbeuteln und spannen so einen Bogen zwischen Schmuck und Symbolik. Die farbigen Stickereien auf Trachten ergänzen dieses dekorative Repertoire.

Regional variieren die Ornamente zum Beispiel in der Gestaltung von Knopflöchern oder dem Muster im bestickten Kragen der Tracht. Im Toggenburg dominieren Windrädchen und ein einzelnes Edelweiss zwischen Knopflöchern, während benachbarte Regionen wie Innerrhoden andere Blumenmotive bevorzugen. Die Silberhalskette, typisch nur für Toggenburger Sennentrachten, verstärkt die regionale Identität.Bemerkenswert ist, dass solche Ornamente nicht nur Kleidung schmücken. Auch hölzerne Fahreimer oder gar Schraubzwingen wurden mit Ornamenten versehen. Im Ackerhus in Ebnat-Kappel sind solche Gegenstände ausgestellt, die den hohen Stellenwert der Ornamentik in der Alltagskultur illustrieren.
Das Museum zeigt auch Brusttücher und Stickereien, deren Muster das bäuerliche Verständnis von Fruchtbarkeit und Lebenswille widerspiegeln. Sie veranschaulichen, wie Kunst und Alltag in der Toggenburger Kultur eng verwoben sind.





